30.11.2019

Zwei neue Helfer für den Ortsverband

Am Samstag den 30. November 2019 haben 40 Prüflinge aus der Region köln/bonn im THW ov Leverkusen ihre Prüfung zur Grundausbildung abgelegt.

Mit Bestehung dieser Prüfung sind sie in ihrem Ortsverband zu einem einsatzfähigem Mitglied geworden und tragen zum Weiterbestehen des Technischen Hilfswerk, einer aus 80.000 ehrenamtlichen Einsatzkräften bestehenden Organisation, bei.

Eine Reportage über den Ablauf der Prüfung und die Motivation der Prüflinge, sich im THW zu engagieren.

Am Samstagmorgen haben sich die Prüflinge und Prüfer bereits um acht Uhr im THW OV Leverkusen getroffen, um mit der praktischen Prüfung der Grundausbildung zu beginnen, auf die sie sich in ihren jeweiligen Ortsverbänden seit fünf bis sechs Monaten vorbereitet haben.

Die Prüfer und Prüflinge kommen aus Ortsverbänden der Region Köln/Bonn (Bad Honnef; Bergheim; Köln-Porz; Siegburg; Bonn; Beuel; Bergisch-Gladbach; Brühl; Köln-Ost; Köln Nord-West; Leverkusen) und dem Regionalbereich Olpe (Bergneustadt). Die Altersspanne der Prüflinge ist groß: Der jüngste Prüfling ist 16 Jahre und der älteste 56 Jahre alt. Und auch neun Damen sind unter den 42 Prüflingen vertreten.

Aber zuallererst: Was ist die Grundausbildung und woraus besteht die Prüfung der Grundausbildung beim THW?

Die Grundausbildung ist das Fundament der THW-Ausbildung. Ihr Ziel ist es, ein allgemeines Wissen über den deutschen und europäischen Katastrophenschutz sowie die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) zu vermitteln. Alle angehenden Helferinnen und Helfer werden einheitlich an Werkzeugen und Geräten des THWs ausgebildet. Dies garantiert, dass alle Einsatzkräfte bundesweit einsetzbar sind. Dazu wird der grundlegende Umgang mit der Einsatzausstattung im THW gelehrt.

Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil.

Der theoretische Teil besteht aus 40 Fragen über das THW und die Anwendung der Ausstattung im THW. Jeder Helfer soll einen umfassenden Kenntnisstand über das THW und seine Ausstattung erlangen.

Der praktische Teil besteht aus sechs Stationen, bei denen die Prüflinge immer zuerst das Sichern ihres eigenen Schutzes (z.B. Ohrenschützer, Handschuhe, Lederschürze, etc.) unter Beweis stellen müssen.

Im zweiten Schritt müssen sie dann an der jeweiligen Station die fachspezifische Aufgabe wie zum Beispiel das saubere und gerade Ablängen von Holz- oder Metallstücken bei der Holz-, Gesteins- und Metallbearbeitung lösen. Daneben werden bei der praktischen Prüfung unter anderem Themenbereiche wie Stromerzeugung und Beleuchtung und Sicheres Bewegen von Lasten behandelt.

 

Ich, Pia Mevissen, 18 Jahre, bin an diesem Morgen zur praktischen Prüfung der Grundausbildung gekommen, um einen besseren Einblick in das zu bekommen, was das THW ausmacht und was die Helferinnen und Helfer antreibt. Denn Ende Oktober habe ich mit anderen ca. 115 Altersgenossen an der 66. young leaders Akademie teilgenommen, wo ich unter anderem auch den THW-Präsidenten Broemme und die Geschäftsführerin der THW Stiftung Dr. Cornelia Lawrenz getroffen habe.

Während des 169. Jugend Presse Kongresses, ein Medienworkshop während der Akademie, konnten die Teilnehmer mit ihm Interviews führen und dann aus den gesammelten Informationen einen Beitrag zu einer selbst erstellten Zeitung, einem Web-Magazin oder einen TV-Magazin des Kongresses leisten. Zudem hat er einen Kurzvortrag zu Beginn des Kongresses unter dem Leitsatz “#kompetent #professionell #freiwillig - nur so geht Katastrophenschutz“ gehalten.

Im Zuge dieser Akademie ist mir die Aufgabe eines Journalistenwettbewerbes der young leaders GmbH gestellt geworden, bei dem ich unter anderem Artikel mit dem Thema „Technisches Hilfswerk“ verfassen soll.

Für ihre Tätigkeit beim THW bringen manche, schon ausgebildete Einsatzkräfte viel Freizeit auf:

Ich bringe jedes Jahr so etwa 600 Stunden für das THW auf. Das sind knapp zwei Stunden pro Tag. Aber ich bin stolz darauf, mich so viel einbringen zu können“, berichtet mir ein Helfer, der nebenbei auf Vollzeit arbeitet.

Was treibt die Anwärter und Anwärterinnen also an, ins THW einzusteigen?

„Ich finde hier meinen Platz, jeder findet hier seinen Platz“, so ein Prüfling, dessen Name nicht genannt werden soll und fügt dem hinzu: „Mich reizt das Ehrenamt. Beim THW kann ich etwas Praktisches tun, und das sogar draußen. Hier beim THW zählt die Gemeinschaft, das Gemeinschaftserlebnis.“

Ein anderer, 18-Jähriger Prüfling erläutert seine Motivation so: „Für mich war das immer selbstverständlich. Mein Opa und mein Vater sind beim THW, da hat sich für mich nie die Frage gestellt. Außerdem habe ich mit dem THW eine Verpflichtung, aber im positiven Sinne. Freitagabends trinke ich mit Freunden dann nur ein oder zwei Bier und freue ich mich dann schon, samstagmorgens in meinem OV mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag zu starten. Ich weiß, dass ich hier etwas Sinnvolles tue. Zudem hat die Tätigkeit beim THW den Vorteil, dass sie wie ein internes Fitnessstudio ist. Das haben andere nicht.“

„Komm’ ins THW und du hast Kontakte. Wenn du ein Problem hast, wird dir einer aus dem Ortsverband helfen können. Bei uns wird keiner allein gelassen“ erklärt mir ein anderer Prüfling.

An dieser Stelle fragen sich bestimmt Einige: Wie soll man das THW mit Familie vereinen, wenn man wegen des THWs am Wochenende regelmäßig nicht bei seiner Familie sein kann?

Diese Frage habe ich auch Ronny Kneler, Vater von zwei kleinen Kindern, der mit Beruf und Familie fest im Leben steht, gestellt: „Ich wollte schon immer etwas Ehrenamtliches machen. Und als ich mit dem Studium fertig war, hat mich ein Freund gefragt, ob ich mit meiner neuen freien Zeit nicht jetzt zum THW kommen wolle. Ich möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben. Und die Familie findet mein ehrenamtliches Engagement beim THW gut. Meine Frau kommt damit gut klar, dass ich z.B. freitagabends mal nicht Zuhause, sondern beim THW bin.“

Außerdem reize ihn der Ausgleich zum Job und die Kameradschaft sehr, so Kneler.

Zudem kann man Familie und THW sehr gut vereinen, da viele Kinder schon ab dem zehnten Lebensjahr in die THW Jugend einsteigen können. Neben der praktischen Ausbildung gestalten sie auch viel Freizeit zusammen und fahren zum Beispiel auf ein jährliches Bundeslager.

Abends um halb sieben ehrt der Prüfungsleiter die 40 neuen, offiziell frisch ausgebildeten Einsatzkräfte, welche danach teils für sich, teils aber auch noch mit ihren jeweiligen Ortsverbänden in ihrer Heimat weiterfeiern.

„Heute Abend gehen wir noch in die Kneipe!“, kündigen die Jüngeren an.

Und andere erzählen stolz: „Unser Ortsverband grillt heute Abend zur Feier des Tages noch mit uns, weil wir jetzt offiziell in die Gemeinschaft des OVs aufgenommen werden.“

von Pia Mevissen

Wir sind gespannt in welcher Fachgruppe wir euch begrüßen werden. Herzlichen Glückwünsch Daniela Vogt und Tim Niclas Pauli. Die Ihre Helferabzeichen auf unserer Weihnachtsfeier bekommen haben.

Vielen Dank an Christian Nickel und Eric Fährmann, die als Prüfer sowie als Stationshelfer an diesem Tag alle Prüflinge unterstützt haben.

 

 


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