Chronik

Der Ortsverband Beuel im Wandel der Zeit    

Der Ortsverband Beuel wurde am 30. September 1952 ins Leben gerufen und besaß nur ein Gerätelager in einem Küdinghovener Vereinshaus, das mit einigen Bindeleinen, Seilen und Schaufeln ausgestattet war. Im Jahre 1960 wurde dann ein Viehstall in der Gottfried-Claren-Straße in Beuel angemietet, der in Eigenleistung zu einer akzeptablen Unterkunft umgebaut wurde.

Gerhard Schmitz übernahm 1962 das Amt des Ortsbeauftragten von Josef Kaster. 1965 wurde durch die Bezirksregierung Köln in Beuel die 56. Bergungsbereitschaft aufstellte. Diese bestand aus zwei Bergungszügen und einem Instandsetzungszug, zu denen der Ortsverband auch seine ersten Fahrzeuge, zwei Gerätekraftwagen (GKW), sechs Mannschaftskraftwagen (MKW) und einen 3-Achser LKW erhielt. Kurze Zeit später bezog der Ortsverband Beuel seine Unterkunft in der Broichstraße, die genügend Platz für Helfer, Fahrzeuge und Gerät bot.

Der Ortsverband Beuel hatte bereits einige Einsätze und Übungen hinter sich und der Sturm neuer Herausforderungen riss nicht ab. Es ergab sich in den darauf folgenden Jahren eine enge Zusammenarbeit mit Behörden und Bundesregierung bei Einsätzen und Hilfeleistungen, die bis zum Regierungswechsel nach Berlin anhielt und sich nicht nur durch die örtliche Nähe vertiefte. Dies war auch dem erfahrenen Helferstamm des Ortsverbandes Beuel zu verdanken, der durch seine Kenntnisse und Erfahrungen die ihm gestellten Probleme immer wieder löste. Auch war die enge Zusammenarbeit mit der THW-Leitung und der Katastrophenschutz (KatS) Schule in Hoya zur Erprobung und Vorstellung neuer Gerätschaften, insbesondere beim Schwimmbrücken- und Fährenbau, aber auch bei der Elektroversorgung über lange Jahre gegeben.

Der Präsident des Bundesamtes für Zivilschutz überreichte nach dem Hochwasser 1970 dem Ortsverband Beuel zwei Mehrzweckboote mit Außenbordmotoren. Hieraus und aus den Erfahrungen der ersten Hochwasser erhielt die Bootsführerausbildung im Ortsverband ein besonderes Augenmerk, welches sich in allen folgenden Hochwassern stark auszahlte. Ebenfalls im Jahr 1970 wurde die Jugendgruppe des Ortsverbandes Beuel gegründet. Sie ist seit dem ein fester Bestandteil des Ortsverbandes. Aus ihr wuchsen bereits viele Einsatzkräfte in die Einheiten nach.

Den ersten großen Stromerzeuger erhielt der Ortsverband 1975 mit einer Leistung von 50 kVA. Hierzu gehörten auch vier Pumpen mit einer Förderleistung von je 3000 L/min, wodurch nicht nur Notstromversorgungen größerer Anlagen, sondern auch ein gezielter Einsatz bei Wasserschäden ermöglicht wurde.

1980 bezog der Ortsverband seine jetzige Unterkunft in der Beueler Straße, die ein größeres Angebot an Unterstellmöglichkeiten und Räumlichkeiten hatte und wo auf dem Gelände eine Übungstrecke errichtet werden konnte. Die nächsten Jahre waren überwiegend durch Hochwassereinsätze im Stadtgebiet von Beuel, einer intensiven Bootsführerausbildung und der Jugendarbeit geprägt. Mitte der 80'er Jahre wurde dann von der Stadt Bonn das Hochwassergerüst eingeführt, welches die Situation während der Hochwasser sowohl für die Anwohner, als auch für die Einsatzkräfte erleichtern sollte. Allerdings ist bei Auf- und Abbau dieses Gerüstes ein erheblicher Personalaufwand nötig.

Gerhard Schmitz übergab 1989 das Amt des Ortbeauftragten an Wilhelm Hesse, der den Ortsverband mit ebenso viel persönlichem Einsatz und Tatkraft fortführte. In den folgenden Jahren wurde dann das THW-Neukonzept umgesetzt, aus dem für den Ortsverband zwei Technische Züge und jeweils eine Fachgruppe Elektroversorgung und Wassergefahren hervorging. Während dieser Zeit verstärkten sich die Anforderungen und Einsätze für Behörden, aber auch auf kommunaler Ebene und im Bereich des örtlichen Brauchtums konnte der Ortsverband immer wieder seine Stärken zeigen. Ebenfalls etablierte sich zu dieser Zeit die Helfervereinigung des THW, durch die Gerätschaften nicht nur zur örtlichen Gefahrenabwehr bereitgestellt und angeschafft werden konnten. Ohne die Helfervereinigung wären große Bereiche des THW nicht mehr denkbar. So konnten unter anderem die Jahrhunderthochwasser 1993 und 1995, als auch die großen Fluten an Oder und Elbe gemeistert werden.

Seit 2003 wurde der Ortsverband von Holger Dexel geführt, der das Amt des Ortsbeauftragten von Wilhelm Hesse übernahm. 2007 übergab Herr Dexel sein Amt schließlich an Michael Thielges, der den Ortsverband seither führt. 

Dem Ortsverband Beuel und dem THW stehen in Zukunft auch weiterhin verantwortungsvolle und interessante Aufgaben bevor. Dazu gehört unter anderem der lang ersehnte Bau einer neuen Unterkunft.

Das Wappen der Stadt Beuel bis 1969
Logo des THW zur Zeit der OV Gründung